Die 6 besten Geheimtipps an der Ostküste Istriens
Die Ostküste Istriens dreht den westistrischen Trubel um 180 Grad. Hier fällt das Učka-Gebirge schroff ins Meer, die Dörfer kleben auf 160 Metern Klippe, und zwischen Plomin und der Raša-Mündung gibt es Buchten, an denen am Mittag des 14. August tatsächlich noch ein Quadratmeter freier Kies wartet. Wenn Sie auf den 200-Meter-Strandbar-Korridor von Poreč und Rovinj gut verzichten können, finden Sie an diesen sechs Orten der Ostküste genau den passenden Gegenentwurf für Ihre Reise.

1. Brseč auf der Klippe
Brseč thront 160 Meter senkrecht über der blauen Adria, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Mošćenička Draga und Lovran. Wer hier ankommt, lässt das Auto am Schotterplatz am Ortseingang stehen – in den Gassen dieses 130-Seelen-Dorfes haben Fahrzeuge ohnehin keinen Platz. Die moderne Welt in Form von Asphalt endet bereits vor dem mittelalterlichen Stadttor, von dem aus der venezianische Markuslöwe noch immer streng auf jeden Ankömmling blickt. Dahinter öffnet sich ein Ort mit der kleinen Pfarrkirche Sveti Juraj aus dem 14. Jahrhundert, einer Handvoll weiterer Kapellen, einem winzigen Hauptplatz und dem beruhigenden Fehlen jeglicher Supermärkte.
Ein wenig Kulturgeschichte finden Sie im Wohnhaus des kroatischen Schriftstellers Eugen Kumičić (1850 bis 1904), das heute eine unregelmäßig geöffnete Gedenkstätte beherbergt. Wesentlich verlässlicher ist jedoch der Ausblick am westlichen Ortsrand: Vom Friedhof aus schweift der Blick an klaren Tagen über das Meer bis zur Insel Cres und der Spitze von Beli, bei idealen Bedingungen sogar bis zum Velebit-Gebirge auf dem Festland. Der Weg dorthin führt über rustikale Bruchstein-Stufen. Hier gibt es keine Geländer, und bei Regen verwandelt sich der Abstieg in eine rutschige Angelegenheit.
Die Steinhäuser im alten Kern stammen teils noch aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Wenn Sie genauer hinsehen, bemerken Sie in den Erdgeschossen schmale Schießscharten-Fenster – steinerne Zeugen der ständigen Angst vor den Uskoken-Piraten aus Senj, die im 16. und 17. Jahrhundert die Küste in Atem hielten. Über vielen Türstürzen zeugen alte Hauszeichen in Form schlichter Kreuze oder Initialen von den einstigen Erbauern. Ein echtes Geheimnis, das auf keinem Schild steht: Quetschen Sie sich hinter der Pfarrkirche durch einen schmalen Gang, um auf eine kleine Plattform direkt über dem Steilhang zu gelangen. Das ist ein spektakulärer Ausblick, den Menschen mit Höhenangst allerdings besser meiden sollten.
Kulinarisch ist Brseč genügsam. Am Platz gibt es ein einziges Lokal im Konoba-Stil, das seine Öffnungszeiten eher als grobe Empfehlung versteht. Planen Sie Brseč daher lieber als Ausflug für den Vormittag und verlegen Sie das Mittagessen nach Mošćenička Draga oder Lovran. Auch auf einen Strand direkt im Ort müssen Sie verzichten – der Weg ins Wasser startet erst einen Kilometer weiter nördlich (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Für Wanderer gibt es noch eine sportliche Option: Ein historischer Pfad verbindet Mošćenička Draga über rund 753 Steinstufen mit den Höhendörfern Brseč und Mošćenice. Rechnen Sie für diese Tour mit etwa zweieinhalb Stunden reiner Gehzeit.
2. Bucht Klančac unterhalb von Brseč
Die Bucht Klančac verbirgt sich direkt unterhalb der Klippen von Brseč. Um dorthin zu gelangen, ist etwas Beinarbeit gefragt. Vom Parkplatz oben an der Küstenstraße (Magistrale), der durch das Schild „Plaža Klančac“ markiert ist, geht es gute 200 Höhenmeter in die Tiefe. Die ersten zwei Drittel des Weges bestehen aus einem gut ausgetretenen Pfad, bevor das letzte Drittel in steile, in den Fels gehauene Stufen ohne Geländer übergeht. Starten Sie diesen Abstieg besser nicht in der flirrenden Mittagshitze. Sie sind hier völlig ohne Schatten unterwegs und brauchen für den mühsamen Rückweg nach oben gut 30 bis 45 Minuten.
Unten angekommen, erwartet Sie ein Strand, der genau 250 Meter lang, hellgrau-weißer Kies ist. Das Wasser fällt recht schnell ab: Nach nur drei Metern erreichen Sie eine Tiefe von etwa zwei Metern. Lassen Sie die Badeschuhe nicht im Hotel, sie sind hier absolute Pflicht, denn die Steine sind faustgroß und scharfkantig. Die Bucht ist reine Natur: kein Kiosk, keine Liegen, keine Toilette, kein Mülleimer. Bringen Sie alles mit, was Sie brauchen, und nehmen Sie es auch wieder mit. Auch Schatten müssen Sie sich selbst mitbringen, etwa in Form eines Sonnenschirms. Die hohe Steilküste spendet erst am späten Nachmittag einen schmalen Schattenstreifen am nördlichen Ende der Bucht.
Es ist genau diese kleine Hürde des Abstiegs, die Klančac davor bewahrt, im Hochsommer überlaufen zu sein. Selbst im August finden Sie hier Platz. Wer sich den schweißtreibenden Rückweg sparen will, paddelt mit dem SUP oder Kajak vom nahegelegenen Mošćenička Draga an. Das ist eine wunderbare Alternative an heißen Tagen – es sei denn, die Bora bläst. Dieser berüchtigte Fallwind stürzt am Hang des Učka oft ohne jede Vorwarnung herab und macht den Rückweg auf dem Board schlicht unmöglich. Für Familien mit Kleinkindern, Personen mit Kinderwagen oder Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ist diese Bucht nicht das richtige Ziel.
Der steile Meeresboden sorgt dafür, dass das Wasser hier stets erfrischend bleibt. Im Juli kühlt das Meer bei typischen 22 bis 24 Grad angenehm ab. Die höchsten Wassertemperaturen erleben Sie Mitte bis Ende September mit bis zu 25 Grad. Wer die vollkommene Einsamkeit der Vorsaison im Mai oder Juni sucht, hat die Bucht oft ganz für sich allein – sollte dann aber auch mit sportlichen 18 Grad Wassertemperatur leben können.
3. Plomin Stari über dem Fjord
Wo der Plominski-Zaljev-Fjord endet, klammert sich Plomin Stari an den Hang. Etwa 11 Kilometer nördlich von Labin gelegen, strahlt dieses Höhendorf eine fast schon cineastische Melancholie aus. In dem Ort leben heute nur noch rund 96 Menschen. Hinter wild wuchernden Glyzinien blättert der Putz, und wer am späten Nachmittag durch die verlassenen Gassen spaziert, wird nur vom Zirpen der Zikaden oder einer schleichenden Katze begleitet. Dabei hat der Ort eine stolze Geschichte: Schon vor über zwei Jahrtausenden siedelten hier die Liburner, ein seefahrender und piratischer Stamm der Illyrer, bevor später die Römer das Kommando übernahmen.
Das architektonische Herzstück ist die Kirche Sveti Juraj Stari aus dem 11. Jahrhundert, die direkt an der Klippenkante über dem Fjord steht. In ihre Außenwand ist eine Inschrift eingemauert, die Historiker auf das 11. Jahrhundert datieren. Sie ist in Glagoliza verfasst, der ältesten slawischen Schrift, und gehört zu den seltensten materiellen Zeugnissen dieser Art in ganz Istrien. Die Kirchentür ist meistens abgeschlossen, doch das System ist pragmatisch: Ein handgeschriebener Zettel auf Kroatisch und Italienisch weist den Weg zur Nachbarin, die den Schlüssel aufbewahrt.
Gleich hinter der Kirche verbirgt sich eine weitere Rarität: ein kleines Beinhaus, das mit Schädeln gefüllt ist. Lokale Legenden sprechen von den Opfern einer historischen Pestepidemie, auch wenn es dafür keine harten Belege gibt. Ein Blick lohnt sich dennoch, denn solche Ossuarien sind in Istrien äußerst selten geworden. Wenn Sie durch den Ort schlendern, treffen Sie hundert Meter weiter auf die heutige Pfarrkirche Sveti Juraj Novi aus dem Jahr 1474. Sie teilt sich den Schutzpatron mit der alten Kirche – die Bezeichnungen „Stari“ (alt) und „Novi“ (neu) helfen lediglich dabei, die Bauphasen auseinanderzuhalten.
Der Blick in die Tiefe offenbart den brutalsten, aber zugleich ehrlichsten Kontrast des Ortes. Unten in Plomin Luka steht ein Kraftwerk, dessen 340 Meter hoher Schornstein das höchste Bauwerk Kroatiens ist. Ein fast verlassenes mittelalterliches Dorf, eine 900 Jahre alte Klippenkirche und ein massiver Industrieschlot liegen hier auf einer einzigen Blickachse – dieses Motiv finden Sie so schnell kein zweites Mal. Die Industrie hat zudem einen unerwarteten Nebeneffekt für Badegäste: Das Kühlwasser des Kraftwerks wird über einen langen Kanal aus dem offenen Meer angesaugt und strömt am Fjordende in einem etwa vier Meter breiten Zufluss zurück. Wer an dem kleinen, industriell geprägten Kies- und Betonstrand in Plomin Luka ins Wasser geht, kann schon im Mai bei spürbar wärmeren Temperaturen schwimmen als an benachbarten Strandabschnitten.
4. Trget am Raša-Fjord
Trget liefert einen echten Kontrast zum hektischen Tourismus. Das winzige Fischerdorf mit nur rund 45 Einwohnern liegt am Westufer des Raša-Fjords, gut 15 Kilometer südlich von Labin. Hier schaukeln Fischerboote an der kleinen Anlegestelle, und das gesellschaftliche Leben zentriert sich vor allem um die zwei Konobas am Hafen: die Konoba Nando und das benachbarte Martin Pescador. Wenn Sie irgendwo an der Küste frische Scampi in Buzara-Sauce oder hervorragend gegrillten Branzino essen möchten, sind Sie hier genau richtig. Der Fisch landet praktisch direkt vom Kutter in der Küche. Trotz der hohen Qualität speisen Sie hier günstiger als in den großen Küstenstädten; ein Hauptgericht mit Beilage kostet je nach Tagesfang zwischen 18 und 28 Euro. Im Sommer sollten Sie unbedingt reservieren, denn allein bei Nando sind die rund 80 Plätze auf Terrasse und Innenraum heiß begehrt.
Der Fjord zieht sich tief ins Land hinein. Weil hier der Fluss Raša mündet, ist das Wasser leicht brackig und heizt sich im Sommer spürbar stärker auf als das offene Meer. Das macht Trget zu einem passenden Ort für Späturlauber: Selbst Anfang Oktober können Sie hier noch entspannt schwimmen. Einen klassischen Strand mit Sand dürfen Sie allerdings nicht erwarten. Man geht schlicht von der Mole oder einer winzigen Kiesfläche am Ortsrand aus ins Wasser. Wer trubeliges Strandleben sucht, wird enttäuscht – wer Stille am Wasser schätzt, bleibt für Stunden.
Um die Atmosphäre des Fjords richtig einzufangen, lohnt sich ein Spaziergang am Ostufer in Richtung Trgetari. Der leichte Weg dauert etwa eine Stunde pro Strecke und führt an unbeschilderten Zeugen der Vergangenheit vorbei: den Resten einer alten Mühle und einer kleinen Festung aus venezianischer Zeit. Ein Eintrittsgeld wird dafür nirgends fällig. Der Pfad endet auf einer Anhöhe, die den Blick bis zur Fjord-Mündung freigibt. Denken Sie im Sommer an ausreichend Wasser und eine Kopfbedeckung, denn der Hang ist windstill und speichert die Hitze enorm. Mountainbiker finden am Westufer ihre Herausforderung: Eine Schotterpiste führt acht Kilometer durch kargen Karst bis nach Skitača. Besonders im Frühling und Herbst ist das eine der eindrucksvollsten Routen der Gegend.
Die Infrastruktur in Trget ist überschaubar. Einen Supermarkt gibt es nicht, dafür müssen Sie in das fünf Kilometer entfernte Raša fahren. Zum Tanken geht es zwölf Kilometer weiter nach Labin. Den Abstecher nach Raša sollten Sie ohnehin einplanen: Der Ort wurde 1937 von den Faschisten als Bergarbeitersiedlung am Reißbrett entworfen. Die Kirche Sveta Barbara ist architektonisch einzigartig – sie sieht aus wie ein auf den Kopf gestellter Bergwerks-Förderwagen, während der Glockenturm einer alten Grubenlampe nachempfunden ist. Das Gebäude ist ein faszinierendes Stück Industriearchäologie.
5. Sveta Marina und die Buchten von Drenje
Rund 15 Kilometer südöstlich von Labin, eingebettet zwischen Rabac und Ravni, liegt Sveta Marina. Den Rhythmus dieses Ortes gibt eindeutig das Valamar Marina Camping Resort vor. In den Sommermonaten Juli und August herrscht hier reges Treiben, während der Ort in der Nebensaison spürbar zur Ruhe kommt. Was viele Tagesbesucher nicht wissen: Sie müssen kein Gast auf dem Campingplatz sein, um am Hauptstrand zu baden. Über einen seitlichen Fußgängerzugang gelangen Sie völlig kostenlos ans Wasser. Direkt vor Ort befindet sich das Sveta Marina Scuba Center, eine mehrfach ausgezeichnete Tauchschule, die geführte Tauchgänge ab 50 Euro und Schnupperkurse für Anfänger ab 70 Euro anbietet.
Wenn Sie das Handtuch lieber abseits der Camping-Infrastruktur ausbreiten, orientieren Sie sich nach Osten in Richtung Drenje. Ein schmaler Küstenpfad schlängelt sich etwa drei Kilometer am Hang entlang und zweigt immer wieder zu kleinen, versteckten Felsbuchten ab. Schilder suchen Sie hier vergebens. Diese Buchten tauchen in klassischen Reiseführern fast nie auf; Sie finden sie am besten über Touren-Apps wie Komoot oder OsmAnd. Statt Sand erwarten Sie hier raue Felsplatten und Kies, zudem wird das Wasser schon fünf Meter vom Ufer entfernt tief – ideale Bedingungen für Schnorchler. Drenje selbst ist im Grunde kein richtiger Ort, sondern nur eine Ansammlung von Wochenendhäusern. Es gibt weder einen Laden noch ein Café.
Unter der Wasseroberfläche eröffnet sich eine lebendige Welt: Schwärme von Doraden, Salpen und Brassen kreuzen den Weg, und in den Felsspalten verstecken sich hin und wieder Tintenfische. In den Hochsommermonaten Juli und August treiben oft Schwärme der Leuchtqualle (Pelagia noctiluca) durchs Wasser, darauf sollten Sie achten. Da es hier keine sandigen Sedimente gibt, die das Wasser trüben könnten, melden die lokalen Tauchschulen stolze Sichtweiten von 15 bis 20 Metern – für istrische Verhältnisse ist das hervorragend. Ein spezieller Tipp für FKK-Anhänger: Eine der Buchten zwischen dem Campingplatz und Drenje hat sich als inoffizieller Nacktbadebereich etabliert. Es steht zwar auf keinem Schild geschrieben, aber vor Ort erklärt sich das Konzept von selbst.
Wer Hunger hat, wird auf dem Campingplatz fündig, wo es einen Supermarkt, Restaurants und Eis gibt. An den wilden Buchten von Drenje gibt es hingegen keinerlei Infrastruktur. Die Anreise mit dem Auto erfolgt über eine schmale Asphaltstraße von Krnica aus; stellen Sie sich darauf ein, dass der Parkplatz im Hochsommer zur Mittagszeit schnell überfüllt ist. Eine clevere Alternative führt über den Süden: Parken Sie am Strand von Ravni, der vier Kilometer südlich liegt, und wandern Sie den Küstenstreifen entspannt nach Norden in Richtung der Buchten.
6. Labin und die vergessene Republik
Labin, das 320 Meter hoch über dem trubeligen Rabac thront, ist längst kein echter Geheimtipp mehr. Wer einen Reiseführer aufschlägt, liest sofort von den malerischen Gassen der mittelalterlichen Altstadt und den vielen Künstler-Ateliers. Doch die wirkliche, raue Identität der Stadt verbirgt sich unter Tage: Labin ist historisch stark vom Bergbau geprägt.
Bis ins Jahr 1989 war die Stadt das Zentrum des einzigen kroatischen Steinkohle-Bergbaus. Diese harte Arbeit brachte nicht nur Kohle zutage, sondern formte auch eine bemerkenswerte Widerstandskraft der Bevölkerung. Im Frühjahr 1921 riefen die Bergarbeiter die Labiner Republik aus, die rund fünf Wochen Bestand hatte. Diese Selbstverwaltung war eine direkte Reaktion auf drastische Lohnkürzungen und die zunehmende Gewalt der italienischen Faschisten. Das Fass zum Überlaufen brachte ein gezielter Angriff auf den Gewerkschaftsführer Giovanni Pippan am 1. März am Bahnhof in Pazin. Was folgte, gilt heute als eine der allerersten organisierten antifaschistischen Erhebungen in Europa. Die Bergleute besetzten kurzerhand das Gelände, verminten die Zugänge zu den Stollen und gründeten eine eigene Schutzmiliz. Erst als am 8. April rund 1.000 italienische Soldaten anrückten, den Berg umstellten und nach kurzen Kämpfen die Übermacht gewannen, fiel die Republik.
Diese dichte Geschichte lässt sich heute im Narodni Muzej Labin nachvollziehen, das im Palast Battiala-Lazzarini untergebracht ist. Das zentrale Element der Ausstellung wartet im Untergeschoss: Hier wurde ein 150 Meter langer Stollen nachgebaut, der Ihnen das bedrückende Gefühl vermittelt, tatsächlich unter der Erde zu stehen. Zwischen Originalwerkzeugen und verstaubten Helmlampen hören Sie an einer Station alte Tonbandaufnahmen, auf denen ehemalige Bergleute aus den 1980er Jahren von ihrer Arbeit erzählen. Der Eintritt kostet faire 3,30 Euro. Im Juli und August hat das Museum täglich von 10 bis 14 und von 17 bis 21 Uhr geöffnet, in der Nebensaison verkürzen sich die Zeiten deutlich, und in den Wintermonaten ist nur werktags am Vormittag geöffnet – ein kurzer Anruf oder die Nachfrage beim Tourismusbüro vorab schadet also nicht.
Das massivste Relikt dieser Ära steht etwas außerhalb der Altstadt im ehemaligen Industriegebiet: der Förderturm „Šoht“. Die gewaltige, 32,5 Meter hohe Stahlkonstruktion nahm 1940 ihren Betrieb auf und brachte über große Seilrollen bis zu 16 Bergleute pro Etage – die dreistöckigen Förderkörbe fassten also bis zu 48 Personen oder schwere Loren gleichzeitig in die Tiefe. Nach Jahren des Verfalls wurde der Turm aufwendig saniert. Auch wenn Sie ihn nicht besteigen dürfen, ist er aus der Nähe ein imposantes Industriedenkmal – ein deutlicher, aber spannender Bruch in einer Region, die heute vor allem für Wein und Olivenöl bekannt ist. Zum Abschluss sollten Sie in der Altstadt den Aussichtspunkt Fortica ansteuern. Von hier oben blicken Sie über die Kvarner Bucht, Cres und Krk; an klaren Wintertagen reicht die Sicht sogar bis hinüber nach Slowenien.
Übersicht der sechs Orte
| Ort | Anfahrt von Labin | Beste Tageszeit | Strand | Verpflegung vor Ort |
|---|---|---|---|---|
| Brseč | 35 km, 45 Min | Vormittag | nein | sehr eingeschränkt |
| Klančac | 35 km + 30 Min Abstieg | Vormittag, nicht Mittag | ja, Kies, kein Service | keine |
| Plomin Stari | 11 km, 20 Min | später Nachmittag | Mini-Strand in Plomin Luka | keine |
| Trget | 15 km, 20 Min | abends | nur Mole | Konoba Nando, Martin Pescador |
| Sveta Marina / Drenje | 15 km, 20 Min | ganztägig | ja, Kies und Fels | am Camp |
| Labin Altstadt | 0 km | 10 bis 14 Uhr | nein | viele Lokale |
Zur Planung: Die Ostküste lässt sich in einem dreitägigen Schwerpunkt-Trip von einem Ferienhaus in Istrien in der Region Labin/Rabac aus vollständig abdecken. Wer aus Westistrien kommt (Poreč, Rovinj), muss mit etwa 90 Autominuten je Strecke rechnen; in diesem Fall lohnt sich oft eine Übernachtung statt eines reinen Tagesausflugs. Da es hier wenig Verkehr, aber schmale Straßen mit engen Kurven gibt, reicht im Sommer ein durchschnittliches Mietauto völlig aus. Im Winter ist die Magistrale gelegentlich von starkem Bora-Wind betroffen, weshalb die Polizei dann Teilabschnitte temporär sperrt. Tankstellen sind in der Region dünn gesät; eine Station in Labin und eine weitere zwischen Mošćenička Draga und Lovran reichen jedoch für die meisten Tagestouren aus. Wer mehrere Höhendörfer an einem Tag verbinden möchte, fängt am besten morgens in Brseč an, fährt am Nachmittag nach Plomin Stari und steuert am Abend Labin oder Trget zum Essen an.