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Die 6 besten Schnorchelspots in Rovinj

Wer in Rovinj nach endlosen, flach abfallenden Sandstränden sucht, wird enttäuscht – und genau darin liegt das größte Glück für jeden, der hier ins Wasser steigt. Weil der Untergrund fast überall aus Fels und Kieseln statt aus Sand besteht, bleibt das Wasser außergewöhnlich klar, sodass Sie im Hochsommer oft mehr als 20 Meter tief in die blaue Welt blicken können. Statt über einen leblosen Sandboden zu gleiten, erkunden Sie felsige Ufer voller tanzender Algen, geheimer Spalten und gewaltiger versunkener Felsbrocken. Dieser raue Lebensraum zieht eine vielfältige Unterwasserwelt an. Die folgenden sechs Reviere decken jeden Wunsch ab: von der geschützten Einstiegsbucht über wildromantische Waldküsten bis hin zur Insel, auf die Sie ein Taxiboot bringt. Weil schroffe Felsen und Seeigel an jedem dieser Plätze auf Sie warten, steht die Sicherheit an erster Stelle, weshalb Badeschuhe und eine gut sitzende Maske die wichtigste Ausrüstung sind.

Schnorchler über felsigem Meeresgrund
Spot Charakter Zugang Infrastruktur Für wen
Balzamake Seepferdchen, Felsstufen Fußweg im Waldpark keine erfahrene Schnorchler
Škaraba wilde Waldbucht Waldweg, autofrei keine Naturliebhaber
Balota Altstadtkulisse zu Fuß ab Zentrum wenig Erwachsene, sportlich
Mulini geschütztes Becken Promenade viel (kostenpflichtig) Einsteiger, Komfort
Sveta Katarina Inselbuchten, Klippen Taxiboot 5 Min. Restaurant, Tauchbasis alle, per Boot
Crveni Otok klarstes Wasser Boot mäßig Ruhesuchende

1. Balzamake im Waldpark Zlatni Rt

Wenn die lokale Tourismusbehörde extra eine eigene Unterwasserkarte für einen bestimmten Küstenstreifen herausgibt, ahnt man: Hier wartet etwas Besonderes. Dieser Spot versteckt sich im Waldpark Zlatni Rt (Punta Corrente) in direkter Nachbarschaft zum Kap Kurent. Große Wegweiser suchen Sie hier vergeblich, stattdessen navigieren Sie nach markanten Punkten: Folgen Sie zunächst der Beschilderung zum Restaurant Lovor am Kap Kurent und spazieren Sie von dort aus noch etwa 300 Meter auf der Promenade Richtung Bucht Škarabica. Achten Sie auf der linken Seite auf eine niedrige Mauer, an die Badegäste gern ihre Fahrräder lehnen. Exakt dort, wo diese kleine Mauer endet, klettern Sie hinab an die felsige, von alten Pinien beschattete Küste.

Unter der Wasseroberfläche beginnt der Grund mit hellen Kieseln, die mit jedem Meter Tiefe gewaltigen, von braunen und grünen Algen überwucherten Gesteinsbrocken weichen. Unverkennbar sind hier zwei langgezogene Felsstufen, besetzt mit großen gelben Schwefelschwämmen und grünen Samtschwämmen. Wer genau hinschaut, entdeckt zwischen vier und sieben Metern Tiefe die absoluten Stars dieser Bucht: Seepferdchen, die in herrlichen Farbnuancen von Schneeweiß bis zu leuchtendem Gelb schimmern. Um sie herum pulsiert das Riff, in dem Meeräschen, Seebarsche und Doraden bis hin zu kleinen Bernsteinmakrelen, Lippfischen und Mönchsfischen ihre Kreise ziehen. Entdecken Sie auf den steinernen Stufen leere Muschelschalen, hat vermutlich ein Krake in der Nähe sein Revier bezogen.

Zwei praktische Ratschläge für diesen Platz: Gehen Sie beim Einstieg äußerst behutsam vor, denn die Algen machen die Felsen extrem rutschig. Da weiter draußen ein reger Bootsverkehr herrscht, schwimmt auf dem Wasser eine klare Begrenzung; diese Korkleine markiert die Sicherheitsgrenze, die Sie nicht überqueren sollten. Und für die Seepferdchen gilt das ungeschriebene Tauchergesetz: Genießen Sie den Anblick, aber fassen Sie die streng geschützten Tiere niemals an und scheuchen Sie sie nicht auf.

2. Škaraba Beach, die wilde Waldbucht

Wer Liegestühle, kühle Drinks und das gesellige Treiben von Strandbars schätzt, wird hier schnell wieder umkehren. Wer sich hingegen nach purer Küstennatur sehnt, findet in Škaraba den schönsten Naturplatz entlang der Bucht Lone. Dieser verwunschene Küstenstreifen zieht sich vom Mulini-Strand im Norden bis hinunter zum Eingang des Naturparks Zlatni Rt, gut eineinhalb Kilometer von der Altstadt entfernt. Das gesamte Areal ist autofrei, Sie erobern sich diesen Spot ausschließlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad über einen schattigen Waldweg.

Alte Pinien strecken ihre kräftigen Äste weit über das Wasser. Das macht Škaraba zu einem jener seltenen Orte, an denen man der drückenden Mittagshitze in tiefem Schatten entfliehen kann, ohne das Meer verlassen zu müssen. Tauchen Sie ab, eröffnet sich Ihnen eine wilde, felsige Welt mit versunkenen Felsbrocken an den Buchträndern. In den flachen Felspools jagen Brassen und flinke Lippfische, gelegentlich schiebt sich ein Krake über den rauen Grund. Genau diese zerklüftete Struktur macht die Bucht bei passionierten Schnorchlern so beliebt.

Der Preis für dieses Stück unberührter Natur ist konsequenter Verzicht, denn die Realität vor Ort lautet: kein Kiosk, keine Bar, kein Trinkwasser, kein Schatten außer dem der Bäume. Selbst auf dem Weg durch den Wald finden Sie keine Geschäfte. Planen Sie vorausschauend: Bringen Sie ausreichend Wasser und Verpflegung mit. Auch an Badeschuhe sollten Sie denken, denn der raue Felseinstieg verlangt Trittsicherheit und ist für unsichere Schwimmer eher ungeeignet.

3. Balota unter der Altstadtmauer

Balota – von den Einheimischen oft auch Monte oder Baluota genannt – ist das Revier für alle, die nach dem Stadtbummel ohne lange Wege direkt ins Wasser möchten. Die Anreise ist denkbar kurz: Schlendern Sie vom Stadtkern aus einfach in südlicher Richtung die Straße Sv. Križ an der Küste entlang. Kurz darauf stehen Sie auf einem Steinstrand direkt am Fuß der Altstadt, im imposanten Schatten der historischen Stadtmauern. Motorenlärm gibt es hier nicht, der Zugang ist nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich.

Das Beeindruckendste an diesem Spot ist die dramatische Kulisse. Massive Felsen und kühle Betonplatten dienen als rustikale Sonnenliegen. Von dort aus zeigt sich der bequeme Einstieg: Leitern und Stufen führen ins kristallklare Wasser unter den Stadtmauern. Ein Sprung von den wuchtigen Felsbrocken gehört hier für viele dazu. Balota ist der absolute Liebling von erwachsenen Besuchern und sportlichen Schwimmern, die sich auch gern als Klippenspringer versuchen. Mit der Maske erkunden Sie an den tief abfallenden Felskanten die klassische Bewohnerstruktur der adriatischen Hartböden – Lippfische, silbrige Brassen und gut versteckte Seeigel inklusive.

Die begehrte Lage bringt es mit sich, dass der Platz relativ klein und steil ist. Trotz der Einstiegshilfen sollten unsichere Schwimmer das abschüssige Terrain meiden. Weil der Ort kein Geheimtipp mehr ist, gilt eine eiserne Regel: Am Wochenende wird es eng, sichern Sie sich Ihren Platz also früh am Morgen. Ein handfester Ratschlag für alle, die das Wasser im Mondschein lieben: Prägen Sie sich bei Tageslicht ganz genau ein, wo die massiven Findlinge unter der Wasseroberfläche lauern, bevor Sie sich nachts ins kühle Nass wagen.

4. Mulini Beach im geschützten Becken

Wenn Škaraba das raue Abenteuer ist, dann ist Mulini der gepflegte Genießer. Der Strand ist wunderbar bequem an die Altstadt angebunden: Ein kurzer Fußweg führt Sie über die Uferpromenade vorbei am eleganten Yachthafen direkt an den Rand des Waldparks. Dort erwartet Sie ein architektonisch durchdachter Mix. Glatte Betonplattformen wechseln sich mit natürlichen Felsen und feinen Kieselabschnitten ab – eine gelungene Balance aus Komfort und naturnaher Küste. Der absolute Trumpf für Schnorchler ist die Geografie: Mulini liegt in einer geschützten Bucht, das Wasser ist besonders ruhig. Hier müssen Sie nicht gegen kräftezehrende Wellen ankämpfen.

Schon vom Ufer aus leuchtet das Meer verlockend türkis. Da auch hier Fels und Kiesel den Ton angeben, bleibt die Sicht bis auf den Grund glasklar. Das windgeschützte Becken gleicht einem ruhigen Freiluft-Aquarium, in dem selbst Anfänger entspannt jede Felsspalte nach Meeresbewohnern absuchen können.

Zwei ehrliche Einschränkungen gehören zu diesem Komfort-Spot dazu. Machen Sie sich bewusst: Seeigel sind hier ein wiederkehrendes Thema. Sie verstecken sich besonders gern auf den Kieselsteinen und an den Rändern der Betonflächen. Robuste Badeschuhe sind hier keine gut gemeinte Empfehlung, sondern absolute Pflicht. Zudem spürt man an jeder Ecke den exklusiven Resort-Charakter der Anlage: Möchten Sie sich als Nicht-Hotelgast eine der bequemen Liegen gönnen, blättern Sie dafür teils bis zu 130 Euro hin. Der Weg ins Wasser und das Schnorcheln bleiben natürlich gratis, doch wer die volle Infrastruktur nutzen will, muss tief in die Tasche greifen.

5. Insel Sveta Katarina, fünf Minuten vom Hafen

Für ein echtes Inselfeeling müssen Sie in Rovinj keine langen Überfahrten planen. Die kleine Insel Sveta Katarina liegt gerade einmal ein paar hundert Meter vor den Toren der Stadt. Das Taxiboot ab der kleinen Mole und der Anlegestelle Delfin braucht nur rund fünf Minuten und pendelt in den Sommermonaten im entspannten Stundentakt.

Sobald Sie an Land gehen, offenbart das Eiland zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Die Ostseite bietet ruhige, geschützte Buchten mit Fels- und Betonplattformen. Hier gleiten Sie lautlos durchs Wasser und genießen beim Luftholen den Postkartenblick auf die Dächer der Altstadt und den markanten Glockenturm der Heiligen Euphemia. Das Flachwasser an dieser Stelle ist biologisch hochinteressant: Kürzlich dokumentierte eine meeresbiologische Exkursion hier gehäuft Tintenfische, die sich beim Schnorcheln in aller Ruhe und aus nächster Nähe beobachten ließen. Auf der anderen Seite der Insel wird es schroff. Die Westseite ist wilder und berühmt für drei Klippensprung-Felsen, Gold, Silber und Bronze genannt. Diese imposanten Naturplattformen ragen bis zu 20 Meter in den Himmel und fallen senkrecht ins tiefe Wasser ab. Genau an den steilen Wänden unterhalb dieser Klippen lässt es sich hervorragend schnorcheln.

Im Gegensatz zu den einsamen Waldbuchten am Festland müssen Sie hier auf nichts verzichten. Mit einem Restaurant, einer gemütlichen Bar und einer professionellen Tauchbasis schafft Sveta Katarina mühelos den Spagat zwischen Naturerlebnis und exzellenter Versorgung. Sollte Ihnen Ausrüstung fehlen, wird Ihnen hier schnell und unkompliziert geholfen.

6. Crveni Otok mit dem klarsten Wasser

Wenn Sie sich auf die Suche nach dem ultimativen Sichtweiten-Erlebnis machen, führt an der Roten Insel kein Weg vorbei. Mit stolzen 23 Hektar ist Crveni Otok das größte Eiland der Umgebung. Genauer gesagt betreten Sie hier ein Insel-Duo, denn das Areal besteht aus den Inseln Sveti Andrija und Maskin, verbunden durch eine künstlich angelegte Mole. Das Boot bringt Sie vom Hafen aus dorthin. Da die Fahrt etwas weiter hinausführt als zur benachbarten Sveta Katarina, geht es hier spürbar entspannter zu.

Das wahre Argument für die Überfahrt offenbart sich jedoch erst, wenn Sie das Gesicht ins Wasser tauchen. Rund um Maskin ist es absolut klar und gehört zum Besten, was Rovinj zu bieten hat. Auf diesem felsigen Außenposten entdecken Sie versteckte Küstenabschnitte, die der gewöhnliche Hochsommer-Tourist schlichtweg ignoriert, weil er es sich längst auf Sveta Katarina oder an den Stränden der Stadt bequem gemacht hat. Dass sich der Weg lohnt, bestätigen auch Meeresbiologen, die die harte Felslandschaft unter Wasser auf dieser Insel erkundet haben: Die Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren ist hier draußen von einer erstaunlichen Vielfalt.

Wer also die etwas längere Bootsfahrt in Kauf nimmt und nach der Ankunft nicht sofort das erstbeste Handtuch-Fleckchen besetzt, sondern entspannt Richtung Maskin hinüberspaziert, wird reichlich belohnt. Dort warten die einsamsten Buchten und die beste Sicht auf Sie. Da sich auch hier die adriatische Regel bestätigt und scharfkantige Felsen den Einstieg dominieren, sollten Badeschuhe unbedingt mit ins Gepäck.

Wer all diese Schnorchelreviere in Ruhe erkunden möchte, wählt am besten eine Unterkunft direkt vor Ort — ein Ferienhaus in Istrien bietet dafür den idealen Ausgangspunkt.