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Die 7 schönsten Geheimtipp-Strände in Rovinj

Wenn am Mulini Beach oder am Monte unterhalb der Altstadt spätestens gegen Mittag kein freier Fleck mehr zu finden ist, spüren Sie es deutlich: Rovinj ist längst kein unentdeckter Ort mehr. Doch wer bereit ist, ein paar Schritte weiterzugehen, findet sie noch – die ruhigen Felsplatten und versteckten Kiesbuchten für das eigene, private Stück Adria. Die meisten dieser Rückzugsorte verbergen sich im autofreien Waldpark Zlatni Rt südlich der Stadt oder verteilen sich auf die vorgelagerten Inseln. Eines sollten Sie allerdings vorab wissen: Wer weichen Sand sucht, wird hier kaum fündig. Die Küste wird von schroffen Felsen, Kies und betonierten Badeplattformen geprägt. Deshalb der wichtigste Rat für Istrien: Badeschuhe gehören in jeden Beutel, denn ohne sie wird der Weg über die spitzen Steine ins Wasser schnell zu einer schmerzhaften Angelegenheit.

Versteckte Bucht mit Pinien, Booten und türkisblauem Wasser

1. Punta Cabana

Tief im Waldpark Zlatni Rt, rund vier Kilometer vom städtischen Trubel entfernt, liegt ein Stück Küste, das Sie sich am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß über schattige Parkwege erschließen. Ihr Lohn für den Weg ist eine kleine Bucht, in der glasklares, türkisblaues Wasser auf feinen Kies und tiefgrüne Pinien trifft. Direkt hier liegt die Punta Cabana Beach Bar, die erfreulich wenig mit einem klassischen Strandkiosk gemein hat. Statt Plastikstühlen und Neonlicht erwarten Sie hier zwischen den Bäumen aufgespannte Hängematten, der warme Klang von Vinyl-Musik und wirklich ordentliche Cocktails.

Wer an der Bar keinen Platz mehr ergattert, macht es einfach wie die Einheimischen: Die eigene Hängematte mitbringen und zwischen zwei freien Pinien aufspannen. Der Strand selbst unterteilt sich in ein steiniges Felsplateau und einen Kiesabschnitt, in den Sie auch problemlos einen Sonnenschirm stecken können. Ins Wasser gelangen Sie bequem über einen flachen, treppenartigen Einstieg. Das ist der Deal an der Punta Cabana: Sie tauschen die perfekte Infrastruktur – abseits der Bar gibt es hier weder Duschen noch Umkleiden – gegen viel Atmosphäre und das gute Gefühl, die überlaufenen stadtnahen Strände weit hinter sich gelassen zu haben.

2. Škaraba

Etwa drei Kilometer vom Zentrum entfernt, ebenfalls versteckt im Waldpark Zlatni Rt, wartet die Bucht Škaraba. Vom nächsten Parkplatz trennen Sie noch gut zehn Gehminuten, und Infrastruktur suchen Sie hier vergebens. Dass Škaraba trotzdem zu den beliebtesten Plätzen der Küste gehört, liegt an zwei simplen Tatsachen: Da ist zum einen das kristallklare Wasser zum Schnorcheln und zum anderen die breiten, plattenförmigen Felsterrassen. Sie fallen flach ins Meer ab, heizen sich in der Sonne wunderbar auf und sind die perfekten Absprungrampen ins kühle Wasser. Im Nordwesten schließt sich zudem ein kleiner Kiesabschnitt an.

Zwei Details sollten Sie für Ihren Ausflug im Hinterkopf behalten. Der westliche Teil besteht aus vielen kleinen, versteckten Felsbuchten. Er wird – auch wenn Škaraba offiziell kein ausgewiesener Naturistenstrand ist – gerne von FKK-Badenden genutzt. Genau an dieser Stelle, wo der Blick auf das offene Meer am faszinierendsten ist, baut die Adria aber auch kräftige Unterströmungen auf. Schwächere Schwimmer sollten sich daher lieber im geschützteren Bereich aufhalten. Vergessen Sie keinesfalls Ihre Schnorchelausrüstung; hier lohnt sie sich deutlich mehr als an vielen anderen Küstenabschnitten der Region.

3. Pulci

Wenn Ihnen selbst an den Rändern der bekannten Lone Bay oder am Mulini Beach noch zu viel Trubel herrscht, laufen Sie einfach tief in den Park hinein, bis Sie Pulci erreichen. Das ist die wilde, ungeschliffene Seite des Zlatni Rt. Es gibt hier schlichtweg nichts: keine Bar, keine gemieteten Liegen, keine Duschen. Nur massiven Fels, glasklares Wasser und absolute Ruhe. Genau das macht den Reiz aus, denn es gilt die eiserne Faustregel des Waldparks: Je weiter Sie sich vom Haupteingang entfernen, desto leerer wird es.

Der Weg ins Meer führt direkt über die Felsen, mal über von der Natur geschaffene Stufen, mal über flache Steinplatten. Da der Untergrund durchweg hart ist, erweist sich eine mitgebrachte dicke Isomatte oder eine klappbare Liege als echter Segen. Ein unschätzbarer Vorteil, besonders in der drückenden Augusthitze, ist der dichte Pinienwald. Er wächst fast bis ans Wasser heran und spendet natürlichen Schatten, der den offenen, betonierten Plattformen fehlt. Denken Sie nur unbedingt daran, ausreichend Wasser und Proviant einzupacken – einen Kiosk für spontanen Nachschub gibt es hier draußen nicht.

4. Insel Sveta Katarina

Nur einen Steinwurf vor der Altstadt erhebt sich die Insel Sveta Katarina als grüne Oase aus dem Wasser. Die Überfahrt mit dem Taxiboot kostet rund neun Euro für Hin- und Rückweg (Kinder fünf Euro) und dauert gerade einmal fünf Minuten. Doch dieser kurze Trip reicht aus, um die Kulisse komplett zu wechseln: Selbst wenn sich am Festland in der Hochsaison die Menschenmassen drängen, finden Sie auf dem dicht bewaldeten Eiland noch ein stilles Plätzchen unter Pinien, deren Schatten bis wenige Meter an die felsige Küstenlinie reicht.

Es gibt hier ein Detail, das Ihnen kein Hochglanz-Reisekatalog verrät: Der westliche Teil der Insel ist bei Einheimischen fürs Klippenspringen bekannt. Wer sich an den Sprung ins Meer wagen möchte, sollte das Terrain jedoch erst wie die Einheimischen prüfen – kontrollieren Sie zwingend die Wassertiefe und achten Sie auf tückische Strömungen. Da die Boote in hoher Taktung pendeln, bietet sich die Insel ideal für einen entspannten Halbtagesausflug an. Familien mit kleinen Kindern sollten die Bedingungen allerdings vorher bedenken: Es gibt fast keine flachen Badezonen, und der Weg ins Wasser führt vorwiegend über Felsen.

5. Insel Sveti Ivan

Ganz draußen, am entlegensten Punkt des kleinen Archipels vor Rovinj, ragt Sveti Ivan aus dem Meer. Das Eiland ist eigentlich kaum mehr als ein 70 mal 50 Meter großer Felsen, gekrönt von einem markanten Leuchtturm aus dem Jahr 1853. Man könnte meinen, so ein exponierter Felsbrocken sei nur etwas für hartgesottene Schwimmer, doch das Gegenteil ist der Fall: Es gibt hier auf zwei gegenüberliegenden Seiten flache, seichte Badestellen. Diese topografische Besonderheit macht das Mini-Eiland überraschend familientauglich und verwandelt einen gewöhnlichen Strandtag schnell in ein Robinson-Crusoe-Erlebnis.

Wer eine Taucherbrille im Gepäck hat, wird das klare Wasser rund um das Riff lieben. Doch so einladend die Adria hier leuchtet, so respektvoll sollten Sie mit ihr umgehen: Rund um den ungeschützten Felsen wechseln die Strömungen schnell, wagen Sie sich also nicht zu weit hinaus. Wenn Sie nachmittags eigentlich gar nicht mehr abreisen wollen, gibt es eine exklusive Lösung: Im Leuchtturm selbst verbergen sich zwei Vier-Bett-Apartments. Ansonsten erreichen Sie Ihr Felsen-Abenteuer ganz klassisch per Boot, meist im Rahmen einer organisierten Inselrundfahrt, die unten am Hafen startet.

6. Insel Figarola

Wenn die Einheimischen an heißen Sommertagen Schatten und Ruhe vor den Touristenmassen suchen, steuern sie Figarola an. Die Insel liegt nördlich vor der Stadt und ist dicht bewaldet. Genau dieser satte Baumbestand unterscheidet sie massiv von den vielen eher kahlen, sonnenüberfluteten Badefelsen der Region. Sie müssen hier nicht erst mühsam einen Sonnenschirm in eine Felsspalte klemmen, sondern breiten Ihr Handtuch einfach unter dem natürlichen Blätterdach aus.

Unter der Wasseroberfläche zeigt sich Figarola von ihrer besten Seite. Zusammen mit der winzigen Nachbarinsel Figarolica gehört sie zu den Top-Adressen für Schnorchler rund um Rovinj, denn die Riffe sind hier erstaunlich farbenfroh und abwechslungsreich. Gebadet wird hier ganz naturnah direkt von den Felsen und aus kleinen Buchten heraus. Wie bei allen vorgelagerten Inseln führt der Weg nur über das Wasser hierher, wahlweise per Taxiboot oder als Stopp einer Inselrundfahrt. Da die Insel naturbelassen ist und es absolut keinen Strandservice gibt, packen Sie den Picknickkorb am besten randvoll.

7. FKK-Strand Kuvi

Im südlichen Teil des Zlatni Rt, exakt zwischen dem Resort Villas Rubin und der Bucht Cuvi – rund 200 Meter südlich der Hauptbucht –, liegt der FKK-Strand Kuvi. Im starken Kontrast zu den rustikalen Felsplateaus weiter nördlich ist dieser Küstenabschnitt offiziell als Naturistenstrand ausgewiesen und bietet spürbar mehr Komfort. Hier müssen Sie sich nach dem Schwimmen das Salz nicht auf der Haut trocknen lassen, denn es gibt gepflegte Duschen, Toiletten und die Möglichkeit, Liegen sowie Sonnenschirme zu mieten.

Die Küste gibt sich hier deutlich weicher: Sie baden an einem überwiegend kieseligen Strand, der nur hin und wieder von felsigen Partien durchbrochen wird. Das macht den Weg ins Wasser spürbar entspannter als an den schroffen Riffen. Für Freunde der Freikörperkultur bietet Rovinj ohnehin viele Möglichkeiten. Neben Kuvi bietet auch die etwas weiter südlich gelegene Bucht Punta Eva am Campingplatz Polari eine hervorragend erschlossene Option. Wer es komplett wild mag, weicht auf informelle Plätze wie den Westteil von Škaraba aus. Doch wer die ideale Balance aus angenehmer Abgeschiedenheit mitten im Waldpark und ein wenig zivilisatorischem Komfort sucht, hat mit Kuvi seinen ultimativen Geheimtipp gefunden.

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