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Die 8 schönsten Strände im Süden Istriens

Machen wir uns nichts vor: Wer nach Istrien fährt und endlose, weiße Puderzuckerstrände wie in der Karibik erwartet, wird beim ersten Blick auf das Wasser überrascht sein. Glatte Felsplateaus, weiße Kieselbuchten und nur ganz vereinzelte Sandstreifen prägen die Küste rund um Pula, Medulin und das raue Kap Kamenjak. Dafür belohnt Sie die Adria hier mit einer Wasserqualität, die derart klar ist, dass die Boote zu schweben scheinen. Wenn Sie das echte Stranderlebnis suchen, führt kein Weg an der Halbinsel Premantura und den gut 30 Kilometern zerklüfteter Küste im Naturschutzgebiet Kap Kamenjak vorbei. Vom extrem flachen Wasser für die Kleinsten bis hin zur steilen Sprungklippe ist hier für jeden Urlaubstyp der passende Küstenabschnitt dabei. Ein gut gemeinter Rat gleich zu Beginn: Packen Sie unbedingt Wasserschuhe ein. Fast überall erwarten Sie Kiesel, kantige Felsen und an manchen naturbelassenen Abschnitten auch Seeigel. Wer noch keine Unterkunft gebucht hat: Eine Auswahl geprüfter Ferienhäuser in Istrien am Meer mit Strandnähe finden Sie direkt auf dieser Seite.

Kiesstrand mit Boot und klarem Adriawasser

1. Bijeca (Medulin)

Mitten im lebhaften Ferienort Medulin erstreckt sich Bijeca, der bekannteste Sandstrand Istriens. Auf gut einem Kilometer Länge breitet sich feiner Sand aus, der so flach ins Meer gleitet, dass Sie gefühlt bis zum Horizont waten können, bevor das Wasser überhaupt die Hüften erreicht. Das macht die Bucht zum idealen Paradies für Familien mit kleinen Kindern, während ruhesuchende Paare auf Dauer wahrscheinlich lieber in die felsigen Nachbarbuchten ausweichen.

Das Angebot vor Ort ist umfangreich. Die Strandpromenade ist gesäumt von Restaurants, Cafés, Eisständen und Fastfood-Buden. Zudem stehen praktische Einrichtungen wie Duschen, Toiletten und Umkleiden zur Verfügung. Wer Bewegung sucht, nutzt den Beachvolleyball-Platz, den schwimmenden Wasserpark oder leiht sich Tretboot, Banana-Boat, Jetski und Stand-up-Paddle-Board. Im etwas ruhigeren, westlichen Abschnitt spenden Kiefern und vereinzelte Bäume natürlichen Schatten.

Dieser Komfort führt im Hochsommer zu einem enormen Andrang. Wenn hunderte Badegäste im seichten Wasser planschen, trübt der aufgewirbelte Sand das Meer tagsüber ein. Erst am Abend, wenn Ruhe einkehrt, setzt sich der feine Grund wieder und das Wasser wird glasklar. Auch der Parkplatz direkt hinter dem Strand ist in der Saison schnell belegt. Der große Vorteil des sandigen Bodens: Seeigel oder Seegurken suchen Sie hier vergeblich. Wer den Strand in Ruhe genießen will, kommt am besten im Frühherbst ab Oktober oder sichert sich seinen Platz in den frühen Morgenstunden.

2. Mala Kolombarica (Kap Kamenjak)

Wer Istriens raue Seite sucht, fährt bis zum südlichsten Zipfel, rund vier Kilometer hinter Premantura ins Naturschutzgebiet Kamenjak. Mala Kolombarica ist kein Strand im klassischen Sinn, sondern der bekannteste Klippensprung-Spot der Region. Sie sonnen sich hier auf flach abfallenden Felsplateaus oder einem winzigen Kieselabschnitt und können in eine beeindruckende Meereshöhle schwimmen, die zum Natura-2000-Netzwerk gehört. Keine Sorge: Über natürliche Felsstufen klettern Sie nach dem Baden bequem wieder an Land.

Für den Nervenkitzel sorgen die Klippen, die laut offiziellen Angaben bis zu 15 Meter hoch sein sollen. Sie locken erfahrene Springer an, erfordern aber Vorsicht: Die Wassertiefe variiert stark, prüfen Sie diese zwingend vor jedem Sprung. Direkt über den Felsen befindet sich eine Besonderheit des Kaps: die Safari Bar. Diese aus Holzhütten erbaute Bar fügt sich dicht in die Natur ein und ist sehr bekannt. Sie trinken dort kühle Getränke, während Sie auf selbstgebauten Schaukeln, einem Karussell oder der großen Schaukel mit Blick auf das offene Meer sitzen. Bei klarer Sicht reicht der Blick von der alten Bunkerplattform bis zum Leuchtturm Porer und der Insel Fenoliga, mitunter ziehen sogar Delfine vorbei.

Erwarten Sie hier keinen Luxus, die Infrastruktur vor Ort ist sehr rustikal. Die Bars sind einfache Holzhütten, klassische WCs gibt es nicht, stattdessen stehen Dixie-Klos am Parkplatz bereit. Denken Sie an ausreichend Bargeld und prüfen Sie in der Nebensaison vorab die Öffnungszeiten, da die Bar dann mitunter geschlossen bleibt. Im Sommer füllt sich der Parkplatz bereits in den frühen Morgenstunden.

3. Njive (Kap Kamenjak)

Einen deutlichen Kontrast zum Trubel an den Klippen bietet die Bucht Njive auf der Westseite des Kamenjaks. Gerahmt von Pinien und glatten Felsen liegt hier eine weitgehend natürliche Kieselbucht, die deutlich ruhiger ist. Das flache, ruhige Wasser schimmert in einem intensiven Türkis, das an diesem Küstenabschnitt auffällt. Da es seicht abfällt, eignet sich der Einstieg gut für ungeübte Schwimmer und Schnorchler.

Am Parkplatz in direkter Strandnähe versorgt Sie eine kleine Strandbar mit kühlen Getränken. Auffällig sind die großen Strandstühle, die viele Besucher als Fotomotiv nutzen. Schatten ist in der Bucht selbst kaum vorhanden, bringen Sie daher einen Sonnenschirm mit.

Ein wichtiger Hinweis für die Anreise: Die Wege durch das Kap sind reine Schotterpisten. Vor allem nach längeren Trockenphasen wird es hier extrem staubig. Lassen Sie die Autofenster am besten geschlossen und fahren Sie langsam. Wenn Sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, meiden Sie den geschotterten Hauptweg, da viele Autos sich nicht an die vorgeschriebenen 20 km/h halten und Sie sonst in dichte Staubwolken hüllen. Das Naturschutzgebiet schließt täglich um 21:00 Uhr. Wer den Sonnenuntergang erleben möchte, plant die Rückfahrt rechtzeitig ein. Übernachten im Auto und Wildcampen sind verboten und werden mit hohen Bußgeldern geahndet.

4. Mali Portić (Kap Kamenjak)

Wenn Sie am zerklüfteten Kap lieber entspannt baden statt klettern wollen, ist Mali Portić an der Ostküste Ihr Ziel. Es ist die größte Bucht des gesamten Areals und gräbt sich so tief ins Land ein, dass das Wasser hier bei West- und Südwind recht ruhig bleibt. Bei Bora aus Nordost kann jedoch auch hier Wellengang entstehen. Eine Besonderheit im steinigen Naturpark ist der kleine Sandstrandabschnitt, der viele Besucher anzieht. Oben am Hang bietet eine Strandbar Sitzgelegenheiten sowie eine Schaukel, von der aus Sie auf das Wasser blicken.

Gleich nebenan liegt die größere Bucht Veliki Portić, in der an sonnigen Tagen Segler und Motorboote vor der Uvala Portić ankern. Wer mehr Abgeschiedenheit sucht, spaziert in wenigen Minuten zum Nachbarstrand Škara. Dort fallen feiner Schotter und Kiesel flach ins Wasser ab, und Sie nutzen den Strand völlig ohne Infrastruktur.

Da Mali Portić flächenmäßig klein ist, wird es im Hochsommer schnell eng. Weichen Sie am besten auf die frühen Morgenstunden oder auf die Nebensaison aus. Ein Detail zur Beschaffenheit: Früher wies die flache Ostseite des Kaps eine sehr hohe Dichte an Seeigeln auf. Der Bestand ist in den letzten Jahren zwar stark geschrumpft, trotzdem tauchen vereinzelt noch Exemplare auf. Wasserschuhe sind hier weiterhin sinnvoll.

5. Hawaii Beach / Havajka (Verudela, Pula)

Eine Besonderheit in Pula ist der Hawaii Beach: Dieser Strand, von Einheimischen Havajska plaža genannt, liegt geschützt zwischen massiven Klippen auf der Halbinsel Verudela direkt unterhalb des Park-Plaza-Hotels. Der Weg führt über eine in den Fels gehauene Steintreppe durch einen schattigen Pinienhain hinab. Unten erwartet Sie eine kompakte Kieselbucht mit glasklarem Meerwasser. Da die Bucht nach vorne komplett offen ist, zeigt sich die Adria hier gerne von ihrer wilderen, wellenreicheren Seite.

Für Familien mit Kleinkindern ist das weniger ideal, denn das Wasser wird nach wenigen Schritten schnell tief. Sie müssen den Nachwuchs hier durchgehend im Blick behalten. Genau diese Tiefe macht Havajka zu einem beliebten Ziel für Teenager, Paare und geübte Schwimmer. Von den umliegenden, etwa drei Meter hohen Felsen springen viele Badegäste direkt ins Wasser. Wer Liegekomfort sucht, mietet sich für rund 10 Euro eine Sonnenliege, natürlichen Schatten gibt es am ehesten direkt an den Klippenwänden.

Öffentliche Duschen und WCs fehlen am Strand zwar, aber Sie dürfen die Anlagen des darüberliegenden Hotels mitnutzen, sofern diese geöffnet sind. Wenn Sie mit dem Auto kommen, planen Sie etwa zehn Gehminuten vom kostenlosen Parkplatz ein, der im Hochsommer schnell belegt ist. Bequemer ist oft die Anreise mit den Buslinien 2 oder 3 direkt aus Pulas Innenstadt. Nachmittags im Juli und August liegen die Gäste hier sehr dicht beieinander. Weichen Sie für mehr Platz auf den Morgen oder den späten Nachmittag aus.

6. Pješčana Uvala (Pula)

Der Name beschreibt die Gegebenheiten vor Ort: Pješčana Uvala bedeutet übersetzt „sandige Bucht" und ist ein geschütztes Halbrund südlich von Pula, das direkt an den Waldpark Soline angrenzt. Hier finden Sie eine Mischung aus weichem Sand, glatt geschliffenen Kieseln und vereinzelten Felskanten. Da das Wasser flach und ruhig ist, gilt die Bucht als einer der sichersten Strände für Familien in der Region, auch dank des Rettungsschwimmers, der in der Saison das Wasser überwacht.

Ein seltener Vorteil gegenüber vielen anderen Abschnitten im Süden: Eine spezielle Rampe ermöglicht einen barrierefreien Zugang ins Wasser. Im Rücken des Strandes verläuft eine Promenade mit Restaurants, Cafés und Bäckereien. Duschen, Umkleiden und ein Kinderspielplatz ergänzen die Infrastruktur, während sich größere Kinder auf dem Wibit-Wasserpark beschäftigen. Eine traditionelle Trockenmauer und der dichte Kiefernwald rahmen den Strand ein und spenden Schatten in der Mittagssonne.

Laute Beach-Clubs und Partylärm gibt es hier nicht. Die Bucht bietet ein ruhiges Umfeld für den Badealltag. Auch dieser Strand füllt sich im Hochsommer deutlich, bleibt in den Morgenstunden jedoch ein ruhiger Ort für ein Bad. Sollte der Platz knapp werden: Die benachbarten Strände Centinera und Banjole liegen nur wenige Kilometer entfernt.

7. Lone Bay / Zlatni Rt (Rovinj)

Etwa anderthalb Kilometer südlich der Altstadt von Rovinj liegt die Lone Bucht. Sie ist Teil des Waldparks Zlatni Rt, der auch Goldenes Kap oder Punta Corrente genannt wird. Auf rund 300 Metern Länge und 20 bis 40 Metern Breite verteilen sich Fels- und Kieselabschnitte. Eine Besonderheit ist der über hundert Jahre alte Pinienwald, der bis fast an die Wasserkante reicht und einen wichtigen Nutzen erfüllt: natürlichen Schatten unter alten Bäumen.

Vom Strand aus blicken Sie auf die Silhouette der Altstadt und den Kirchturm der Heiligen Euphemia. Die Bucht bietet eine umfassende Infrastruktur: Es gibt kostenlose Umkleiden, einen Liegenverleih, eine Snackbar, Massagen direkt am Strand und für Kinder eine schwimmende Hüpfburg. Am Rand der Hotels Lone und Eden liegen Sie auf aufgeschüttetem Kies und gepflegten Liegewiesen, während es tiefer im Park felsiger wird und kleine Buchten zugänglich sind.

Eine logistische Einschränkung: Der Strand ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Vom Zentrum spazieren Sie über eine autofreie Promenade 15 bis 20 Minuten bis zur Bucht. Wenn Sie mit dem Auto anreisen, nutzen Sie den Parkplatz am Eingang bei Škaraba und der Lone Bay. Im Juli und August sind die Plätze am späten Vormittag oft vollständig belegt. Wer mehr Ruhe sucht, läuft noch ein Stück weiter in den Waldpark hinein: Die tieferen Felsstufen an Buchten wie Škaraba sind in der Regel deutlich leerer.

8. San Lorenzo (Fažana)

Rund acht Kilometer vor Pula liegt San Lorenzo direkt an der Küstenpromenade des Dorfes Fažana. Knapp 500 Meter südlich vom Ortszentrum bietet der feine, rund 200 Meter lange Kieselstrand einen extrem flachen Einstieg, der sich gut für Familien eignet. Auffällig in der Bucht ist eine alte Steinmole, die Badegästen als Sprungbrett dient und deren Bauweise auf die römische Baukultur zurückgeht. Von hier aus blicken Sie direkt auf die Inseln des Nationalparks Brijuni.

Unter der Wasseroberfläche finden Schnorchler gute Bedingungen. Neben Seesternen, Nacktschnecken und Seehasen liegen im flachen Wasser Spuren aus Fažanas römischer Vergangenheit, als der Ort für Wein, Olivenöl und die Produktion von Amphoren bekannt war. Wer ein Getränk oder Musik sucht, läuft die Promenade hinauf zum nördlichen Abschnitt, wo mehrere Beach-Bars öffnen.

Lassen Sie sich bei der Strandwahl nicht von stark bearbeiteten Bildern im Internet täuschen: Ein beworbener Nachbarstrand wirbt mit „schneeweißen Kieselsteinen", besteht vor Ort jedoch aus künstlich aufgeschüttetem weißem Splitt mit hohem Lärmpegel und Massenbetrieb. Mit dem San Lorenzo Strand in Fažana treffen Sie eine ruhigere Wahl, zumal Sie vom Hafen des Ortes bequem mit der Fähre in den Nationalpark Brijuni übersetzen können. In der Hochsaison sind die Plätze begrenzt: Buchen Sie Tickets am besten mehrere Tage im Voraus online.